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Pathetisch sein heißt eine Grenze zu überschreiten. Diese Grenze verläuft
auf dem schmalen Grad zwischen Ironie und Ernst. Was für die einen die
unerträgliche Übertreibung ist, ist für die anderen das große Gefühl, die
große Geste. Das Solo Lusciously Pathetic widmet sich der Erforschung
dieser Grenze: Was passiert, wenn wir das Geschehen nicht zensieren, wenn
wir zulassen, was der gute Geschmack eigentlich nicht zulässt? Was passiert
mit den Dingen, wenn sie ihr eigenes Spiel entwickeln und von der
gefühlsbeladenen Geste in der endlosen Wiederholung nichts übrig bleibt? Wie
lange erträgt man das Warten? Kommt man erst von diesem Moment der
Verstörung an etwas Unerwartetes? Vielleicht ist gerade in diesem Moment
nichts schöner als pathetisch zu sein.
UA: 2003
Tanzfabrik - Berlin
Choreografie/Tanz: Yvonne Hardt
Dramaturgie: Christiane Berger
Musik: Carl Girard, Nick Cave, Nina Simone u.a.
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